Shark Info Logo


Shark Info 3 / 01   (15.09.2001)

Author

  Intro:

Unfallanalysen als Hilfsmittel für aktiven Haischutz

Shark Info

  Hauptartikel:

Unfallanalysen als Hilfsmittel für aktiven Haischutz

Dr. E. K. Ritter

  Artikel 1:

Ist die Angst vor dem Hai begründet?

Nihal Özkara

  Artikel 2:

Jährliches Treffen der American Elasmobranch Society (AES)

Jürg Brunnschweiler

  Artikel 3:

Sinnvolle Nutzung oder Raubbau?

Harald Gay

  Fact Sheet:

Heringshaie

Dr. E. K. Ritter


Fact Sheet: Heringshai

L. nasus

Der Heringshai Lamna nasus (Photomontage).

© Innerspace Visions / Hai-Stiftung

Die Heringshaie erhielten ihren Namen aufgrund ihrer bevorzugten Beute, die vorwiegend Heringe, aber auch verwandte Fischarten wie Makrelen und Sardinen umfasst. Früher waren Heringshaie im Nordatlantik weit verbreitet, heute müssen sie jedoch als stark bedroht eingestuft werden.

Die Biologie des Heringshais (Lamna nasus)

Äusseres Erscheinungsbild

Sein Erscheinungsbild gleicht dem des Weissen Haies (Carcharodon carcharias), mit spindelförmigem Körper und einer spitz zulaufenden (konischen) Schnauze. Im Unterschied zu Weissen Haien hat diese Art jedoch 2 Kiele auf dem Schwanzstiel und das freie hintere Ende der ersten Rückenflosse ist weiss gefärbt. Die Zähne der Heringshaie laufen spitz zu, die der Weissen Haie sind dreieckig.

Grösse

Die maximale Grösse eines Heringshais liegt bei ca. 3 m. Gerüchte über Längen von über 3.5 m konnten nicht bestätigt werden. Das maximale Alter ist nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass sie bis zu 30 Jahre alt werden können.

Ernährung

Heringshaie ernähren sich vorwiegend von Schwarmfischen, wie Heringen, Sardinen und Makrelen. Sie fressen jedoch auch Dorsche und andere Schwarmfische. Kleinere Haiarten wurden bei Magenanalysen ebenfalls gefunden.

Fortpflanzung

Wie alle Vertreter der Familie Lamnidae vermehren sich auch die Heringshaie aplazental vivipar und bringen lebende Junge zur Welt. Ebenso findet sich bei Heringshaien eine Form von uterinem Kannibalismus, doch werden dabei keine Embryonen, sondern lediglich befruchtete Eier gefressen. Pro Schwangerschaft bringt ein Weibchen 1 bis 5 Junge zur Welt. Die Neugeborenen erreichen eine Grösse von 60 bis 75 cm. Heringshaie werden bereits mit ca. 5 Jahren geschlechtsreif. Die Gebärregionen liegen wahrscheinlich vor den Küsten der USA und Europas. Die Paarungszeit scheint im nördlichen Atlantik Ende Sommer zu sein.

Verbreitung

Die Art bevorzugt die kühlen Gewässer des Nordatlantiks (weniger als ca. 18 ° C). Man findet sie jedoch auch im Mittelmeer. Auf der südlichen Hemisphäre sind sie im südlichen Teil des indischen Ozeans, um Südaustralien , vor Chile und in weiteren Regionen des subantarktischen Raums heimisch.

Verhalten

Diese Art kann sowohl einzeln als auch in Schulen auftreten (siehe dazu auch « Sinnvolle Nutzung oder Raubbau?» in dieser Ausgabe). Sie halten sich entweder direkt an der Oberfläche oder aber in grösseren Tiefen (bis zu ca. 350 m) auf. Aufgrund früherer Fangstatistiken und Untersuchungen wird angenommen, dass sie zeitweise alters- und geschlechtsgetrennt leben.

Zusammentreffen mit Menschen

Obwohl diese Art in einschlägiger Literatur als generell gefährlich eingestuft wird, kann keine wirkliche Bestätigung dazu gefunden werden.

Gefährdung

Die Heringshaie wurden im Nordatlantik zu Beginn der 70er Jahre stark befischt und waren Mitte der 80er Jahre fast ausgerottet. Die Mitte 2001 im Nordatlantik gefangenen Heringshaie sind der erste Hinweis dafür, dass es wieder einige Tiere in diesem Teil des Verbreitungsgebiets gibt.

Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info / Dr. Erich K. Ritter



  top

 

modifiziert: 04.06.2016 10:48