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Shark Info 2 / 02   (20.07.2002)

Author

  Intro:

Wissenschaft hilft dem Weissen Hai

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  Hauptartikel:

Modernste Wissenschaft hilft dem Weissen Hai

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  Artikel 1:

Die Rolle von CITES im Schutz und Management von Haien

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  Artikel 2:

Hai-Ausstellung in Z├╝rich

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  Artikel 3:

Haie in Forschung und Wirtschaft

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  Artikel 4:

Dr. Erich Ritters Unfall mit einem Bullenhai

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  Fact Sheet:

Lachshai

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Haie in Forschung und Wissenschaft

Bericht Shark Info

Wanderungen des Walhaies (Rhincodon typus)

Ein grosses Problem für den spezifischen Haischutz stellen auch mangelnde Kenntnisse des Wanderverhaltens einzelner Arten dar. Haie halten sich bei ihren Wanderungen nicht an politische Grenzen, die Fang- und Nutzungsbestimmungen dieser Tiere leider jedoch schon.
In der Studie wurde das Wanderverhalten von 6 Walhaien in der Sulu Sea Region mittels Satelitentelemetrie 7 - 128 Tage lang registriert. Je ein Tier legte eine Distanz von 4567 km, resp. von 8025 km zurück. Dabei wurden mehrere politische Grenzen passiert. Die Daten belegen die Notwendigkeit, die Bewirtschaftung und den Schutz des Walhaies auf eine multilaterale Basis zu stellen, mindestens aber auf regionalem Niveau zu regeln.

Quelle: Movements of whale sharks (Rhincodon typus) in South-east Asian waters as determined by satellite telemetry (2002). Journal of Zoology 257 pp 111-115.

Vielfache Vaterschaft beim Ammenhai (Ginglymostoma cirratum)

Die Dry Tourgas Region von Florida Keys stellt für die Fortpflanzung der Ammenhaie ein wichtiges Gebiet dar. Viele Tiere können dort beobachtet werden. Mittels molekularbiologischer Methoden wurde die Vaterschaft von 32 Nachkommen eines Muttertieres untersucht. Die Junghaie hatten mindestens vier verschiedene Väter. Diese multiple Vaterschafts-Strategie erhöht wahrscheinlich kurzfristig die genetische Diversität einer Population und scheint speziell wertvoll für Arten mit limitiertem Wanderverhalten.

Quelle: Multiple paternity in the nurse shark, Ginglymostoma cirratum (2002). Environmental Biology of Fishes 63 pp 347-351.

Radioaktive Verseuchung von Bombentests ermöglichen Altersbestimmung bei pelagischen Haien.

Speziell von langlebenden pelagischen Haien ist das individuelle Alter schwer zu bestimmen. Radioaktives Material wird durch die Nahrungskette aufgenommen und lagert sich teilweise in verschiedenen Geweben ab, so auch in den knorpligen Wirbelkörpern vom Heringshai (Lamna nasus). Diese Einlagerungen führen zu erfassbaren Wachstumsringen, die charakteristisch für eine bestimmte Zeitspanne sind, ähnlich den Wachstumsringen bei Bäumen, die das jeweilige Klima wiederspiegeln.

Wachstumsringe von Tieren aus den 60iger Jahren konnten in Übereinstimmung gebracht werden mit später gefangenen Tieren und erlaubten so eine Kalibrierung der Wachstumsringe beim Heringshai bis mindestens zu einem Alter von 26 Jahren.

Quelle: Bomb dating and age determination of large pelagic sharks (2002) Canadian Journal of Fisheries & Aquatic Sciences 59 pp 450-455.

Eine neue Haiart in der Gattung Parascyllium.

Arten zu erfassen ist ein, auch für Fachleute, schwieriges Problem. Einerseits können die Arten so selten sein, dass es an puren Zufall grenzt, dass sie überhaupt einmal gesichtet werden und der entsprechende Spezialist, wieder durch einen Zufall, davon erfährt. Andernseits, können Arten einander so ähnlich sein, dass sie als Variabilität einer einzigen Art taxiert werden, eine sogenannte kryptische Art.

Bei der neu beschriebenen Art aus West-Australien, Parascyllium sparsimaculatum (der spärlich oder schwach gefleckten) sind die Unterschiede zu den nächst ähnlichen Arten durch morphologische Messungen belegt und nicht einfach von Auge, ohne mathematische Hilfsmittel, zu erkennen. Bis jetzt wurden nur drei Exemplare dieser Art wissenschaftlich erfasst und als solches publiziert. Die Autoren geben einen Bestimmungsschlüssel an, der die verwechselbaren Arten der Gruppe einschliesst und umfasst.

Quelle: A new parascylliid species, Parascyllium sparsimaculatum, from Western Australiua (Elasmobranchii: Orectolobiformes). Ichthyological Research, 2002, 49, pp 15-20.

Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info



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modifiziert: 04.06.2016 10:48