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Shark Info 3 / 02   (04.11.2002)

Author

  Intro:

Hai-Forschungsreise in den Golf von Mexiko

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  Hauptartikel:

Hai-Forschungsreise in den Golf von Mexiko

Dr. A. J. Godknecht, Dr. G. D. Guex

  Artikel 1:

Haie in Forschung und Wissenschaft

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  Artikel 2:

Krankhafte Veränderungen durch Fischerhaken beim Blauhai, Prionace glauca.

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  Artikel 3:

Europa erwägt Verbot von Finning

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  Fact Sheet:

Spinnerhai

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Haie in Forschung und Wissenschaft

Bericht Shark Info

Krankhafte Veränderungen durch Fischerhaken beim Blauhai, Prionace glauca.

Blauhaie werden häufig als Beifang der Longline-Fischerei beigebracht. Schätzungen während der Fangzeit zwischen 1993 und 1995 belaufen sich, nur im nordatlantischen Fangebiet, auf 50 - 120'000 Individuen jährlich. Das Fleisch der Blauhaie gilt als kommerziell nicht interessant, zumal gesetzliche Fangbestimmungen in den USA die Quoten limitieren. Ungefähr 81 % der mit Haken gefangenen Tiere werden, laut den Autoren, wieder lebend freigelassen.

Die im offenen Meer lebenden Blauhaie werden auch häufig von Sportfischern an der US Küste zwischen Maine und New Jersey gefangen. Genaue Fangzahlen aus der Sportfischerei fehlen jedoch.

Kiefer

Kiefer eines Schwarzspitzen Haies (Charcharhinus limbatus) mit eingewachsenem Fischerhaken. Die farblich und strukturell veränderte Region um den Haken markiert den grossen Entzündungsherd.

© Gaston D. Guex / Hai-Stiftung

Bei einem zweitägigen Wettfischen in Massachusetts wurden zum Beispiel über 2000 Blauhaie gefangen, davon sollen 99 % wieder lebend freigelassen worden sein. Unbekannt dagegen ist, wie viele dieser Tiere später an den traumatischen Fangfolgen gestorben sind. Auf jeden Fall haben viele der Haie Probleme mit den im Maul, der Speiseröhre oder dem Verdauungstrakt stecken gebliebenden Angelhaken. Die Haken rosten vor sich hin und lösen als Fremdkörper Abwehrreaktionen in ihrem Körper aus.

Die Autoren beschreiben Bindegewebswucherungen (Fibrosen), Magenentzündungen (Gastritis), Körperhöhlenentzündungen (Peritonitis), perforierte Leber mit folgender Entzündung (Hepatitis) und Gewebewucherung, Speiseröhrenentzündungen (Oesophagitis) und als mechanische Folge starke Behinderungen des Speiseröhrenraums. Durch den Angelhaken transportiert, gelangen auch Bakterien und Pilze direkt in die vom Haken durchdrungenen Gewebe und lösen verschiedenste Entzündungen direkt aus. Die 211 untersuchten Tiere wurden von Sportanglern innerhalb von vier Tagen (Juli 1999, 81 Exemplare; Juni/Juli 2000, 130 Exemplare) in Montauk, New York gefangen. Alle gefangenen Blauhaie waren männliche Tiere. Sechs wiesen noch Reste von früheren Angelhaken auf und bildeten die Basis dieser Untersuchung. Die Körpergewichte der betroffenen Haie lagen im normalen statistischen Bereich, so gesehen mussten die Tiere als gesund taxiert werden.

Quelle: Journal of Fish Diseases 25 (9), pp 515-521. Borucinska J., Kohler N., Natanson Skomal, G. (2002). Pathology associated with retained fishing hooks in blue sharks, Prionace glauca (L.), with implications for their conservation.



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modifiziert: 04.06.2016 10:48