Shark Info Logo


Shark Info 2 / 00   (15.05.2000)

Author

  Intro:

Mexiko: Massaker in Unterwasserpark

Shark Info

  Hauptartikel:

Mexiko: Driftnetz-Flotte schlachtet Tausende von Haien im einzigen Unterwasserpark ab

Shark Info

  Artikel 1:

Das Marine Stewardship Council

Dr. A. J. Godknecht

  Artikel 2:

Untersuchungen zu Surfbrett - Unfällen

Dr. E. K. Ritter

  Artikel 3:

Neuer Shark Info Webserver

Shark Info

  Fact Sheet:

Bogenstirn Hammerhai

Dr. E. K. Ritter


Fact Sheet: Bogenstirn Hammerhai

S. lewini

Der Bogenstirn Hammerhai (Sphyrna lewini).

© K. Amsler

Die Biologie des Bogenstirn Hammerhais (Sphyrna lewini)

Der Bogenstirn Hammerhai (Sphyrna lewini) ist wahrscheinlich die häufigste Hammerhaiart in küstennahen Regionen. Sie können in sehr flachem Wasser auftauchen, so zum Beispiel auch in Flussmündungen und Buchten. Ihre Tiefenverbreitung reicht von der Oberfläche bis hinunter auf ca. 275 m. Die Jungtiere bleiben jedoch meistens in den ufernahen, flachen Zonen, um der Gefahr durch grössere Räuber zu entkommen. Bogenstirn Hammerhaie bilden zu gewissen Jahreszeiten, Orten und Lebensphasen sehr grosse Schulen, oft mit hunderten von Individuen. Sie treten jedoch auch einzeln auf. Gewisse Populationen bleiben stationär, andere zeigen ein deutliches Wanderverhalten, indem sie im Sommer in Richtung Pole wandern. Es gibt auch geschlechtsspezifische Wanderungen. So wurden bei Weibchen während gewissen Geschlechtsstadien Wanderungen beobachtet.

Erscheinungsbild

Die Bogenstirn Hammerhaie gehören zu den grossen Hammerhaien. Wie bei allen anderen Vertretern dieser Familie ist der «Hammer» auch beim Bogenstirn Hammerhai arttypisch geformt. Er hat eine zentrale Eindellung und die vordere Kante verläuft bogenförmig (Name). Ein weiteres typisches Merkmal ist das freie Ende der zweiten Rückenflosse, das beinahe die Schwanzflosse erreicht. Die Tiere haben meist eine olive, bronze oder hellbraune Färbung, wobei die Bauchregion weisslich ist. Die Region der Flossenspitzen ist bei Jungtieren dunkel gefärbt. Diese Dunkelfärbung verschwindet jedoch mit zunehmendem Alter.

Grösse

Ausgewachsene Tiere können Längen von über 4 m erreichen (nur Weibchen), wobei die durchschnittliche Länge jedoch meistens geringer ist. Die Geschlechtsreife wird bei Männchen mit ca. 160 cm erreicht, bei Weibchen mit ca. 210 cm. Jungtiere haben eine Geburtsgrösse von ca. 50cm.

Ernährung

Diese Hammerhaiart ernährt sich vorwiegend von Fischen wie Sardinen, Heringen und Makrelen, doch werden auch Wirbellose wie Tintenfische gefressen. Grosse Bogenstirn Hammerhaie fressen auch kleinwüchsige Haiarten wie Scharfnasenhaie (Rhizoprionodon terraenovae) oder Schwarzspitzen - Riffhaie (Carcharhinus melanopterus).

Fortpflanzung

Bogenstirn Hammerhaie sind lebendgebährend und besitzen eine Dottersack-Plazenta. Die Schwangerschaft dauert zwischen 9 und 10 Monaten. Weibchen bekommen, je nach Grösse, zwischen 15 und 30 Junge. Der Hammer besteht aus Knorpel und ist bei Jungtieren zur Erleichterung der Geburt noch sehr weich. Junge Bogenstirn Hammerhaie wachsen, verglichen mit anderen Haiarten, relativ langsam.

Verbreitung

Bogenstirn Hammerhaie findet man nahezu weltweit in küstennahen Regionen der tropischen, subtropischen und gemässigten Zonen.

Verhalten

Bogenstirn Hammerhaie treten teilweise in grossen Schulen auf. Die Funktion solcher Gruppen ist wahrscheinlich vielschichtig: Fressen, Fortpflanzung ... . In manchen Arbeiten wird eine gewisse Schutzfunktion der Gruppen erwähnt. Dies ist jedoch eher fraglich, da die Haie im ausgewachsenen Zustand nahezu keine natürlichen Feinde mehr haben. Die Bogenstirn Hammerhai Gruppen halten sich bevorzugt in Regionen auf, in denen Unterwassergebirgsgipfel aus grossen Tiefen bis nahe an die Oberfläche reichen («Sea mounts», «Pinnacles»). Neuere Untersuchungen zeigen, dass diese Haie auf ihren Wanderungen das erdmagnetische Feld ausnutzen können.

Zusammentreffen mit Menschen

Obwohl diese Haie nachweislich in Unfälle verwickelt waren, sind sie nicht wirklich als gefährlich im Sinne von aggressiv einzustufen. Da sie oft auch in Flussmündungen auftreten, in denen die Sichtweiten gering sein können und durch Süsswassereinfluss die elektrischen Sensoren (Lorenzinische Ampullen) nicht wie gewohnt reagieren, ist ein Unfall wahrscheinlich eher auf eine Schreck- oder Abwehrreaktion des Haies zurückzuführen.

Ähnliche Arten

Im Verbreitungsgebiet dieser Art gibt es noch drei weitere Arten, die ihr bezüglich Grösse und äusserem Erscheinungsbild ähnlich sind. Es sind dies der Grosse Hammerhai (Sphyrna mokarran), der Glatte Hammerhai (Sphyrna zygaena) und der Weissflossen Hammerhai (Sphyrna couardi). Alle diese Arten unterscheiden sich jedoch sowohl in der Form des Hammers und der ersten Rückenflosse, sowie der Färbung. Der Weissflossen Hammerhai hat ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, das sich auf die Elfenbeinküste beschränkt. Verwechslungen mit dem Weissflossen Hammerhai sind entsprechend nur gerade in dieser Region möglich.

Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info / Dr. Erich K. Ritter



  top

 

modifiziert: 04.06.2016 10:48