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Shark Info 1 / 97   (09.02.1997)

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  Intro:

Hai «Kinderstuben»

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  Hauptartikel:

Uferzerstörungen vernichten Kinderstuben der Haie

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  Artikel 1:

Keine Haie auf der Roten Liste des Artenschutzabkommens

Shark Info

  Fact Sheet:

«Milkshakes» und Kannibalismus

W. C. Hamlet


Keine Haie auf der Roten Liste des Artenschutzabkommens

Bericht Shark Info

Für die im kommenden Juni in Harare (Zimbabwe) stattfindene internationale Artenschutzkonferenz (CITES) sind bis zum Eingabeschluss im vergangenen Januar von keinem Staat Anträge eingetroffen, Haiarten auf die Rote Liste zu setzen. Einzig die USA haben den formellen Antrag gestellt, den Sägefisch (Gattung: Pristis) auf die Rote Liste zu setzen. Sägefische sind Rochen und als Knorpelfische den Haien eng verwandt.

Dass an dieser zehnten CITES-Konferenz (International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), dem sogenannten Washingtoner Artenschutzabkommen, nun trotz Bemühungen der Internationalen Naturschutz-Union IUCN und anderer Organisationen keine Haie zum Schutz vorgeschlagen werden, hat politische und wirtschaftliche Hintergründe. Laut Merry Camhi, stellvertretende Vorsitzende der Haispezialisten-Gruppe der IUCN, haben es zum Beispiel die USA als zu früh betrachtet, einen formellen Antrag zu stellen. Obduleo Menghi, wissenschaftlicher Koordinator der CITES in Genf, führt die Zurückhaltung der antragsberechtigten Regierungen darauf zurück, dass auf internationaler Ebene noch keine Einigung erzielt worden sei, wie ein Schutz durchgesetzt werden könnte. Gesetze, so Menghi, seien wertlos, wenn der Vollzug nicht gewährleistet sei.

Hauptgründe für die Schwierigkeiten ist die Haltung der Fischereiindustrie, die kaum Interesse am Haischutz zeigt. Um einzelne Arten zu schützen, müsste nicht nur der Beifang von Haien reduziert werden, sondern es müsste generell selektiver gefischt werden. Und dies, so Vertreter der Fischereiindustrie, sei zu teuer und deshalb unrealistisch. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass durch diese Haltung neben unabsehbaren ökologischen Schäden, auch beträchtliche wirtschaftliche Einbussen entstehen könnten. So werden immer mehr auch noch nicht geschlechtsreife Tiere gefangen. Dies bedeutet letztlich den Zusammenbruch von Haipopulationen.

Trotzdem werden in Zimbabwe Haie, Rochen und Chimären ein Thema sein. Diskutiert wird über eine umfassende Dokumentation, die von der IUCN, TRAFFIC, der FAO und anderen Organisationen erstellt wurde. Laut Magnus Ngoile, Vorsteher des Programmes zum Schutz der Meere und Küstenregionen der IUCN besteht die Möglichkeit, dass im Nachgang zur Konferenz in Harare internationale Schutzbestimmungen auf dem Zirkularweg in Kraft gesetzt werden könnten.

Bis heute sind einige Haiarten erst in vereinzelten Ländern geschützt. So der Weisse Hai (Carcharodon carcharias) in Südaustralien, in Queensland (Australien), Kalifornien und Südafrika.

Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info



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modifiziert: 04.06.2016 10:48