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Shark Info 1 / 02   (27.03.2002)

Author

  Intro:

Haie und CITES

Shark Info

  Hauptartikel:

Haie und CITES

Dr. Thomas Althaus

  Artikel 1:

Haie in Forschung und Wirtschaft

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  Artikel 2:

Die Verbreitung des Weissen Haies wird durch das Geschlecht beeinflusst

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  Artikel 3:

Erweiterte Nische für den Weissen Hai

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  Artikel 4:

Fragen und Antworten (Fortsetzung)

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  Artikel 5:

E. Ritter verlässt Shark Info und die Hai-Stiftung

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  Fact Sheet:

Hundshai

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Fragen und Antworten (Fortsetzung)

Bericht Shark Info

An dieser Stelle werden Fragen beantwortet, die häufig an Shark Info und die Hai-Stiftung gerichtet werden. Die Fragen werden von Dr. A. Godknecht, Präsident der Hai-Stiftung und Mitglied der Shark Info Redaktion beantwortet. Die Antworten wurden mit dem wissenschaftlichen Beirat der Hai-Stiftung abgestimmt.
Falls auch Sie Fragen zu einem speziellen Hai-Thema haben, die Sie an dieser Stelle beantwortet haben möchten, senden Sie uns die Frage doch einfach per E-Mail an hai@hai.ch oder sinfo@sharkinfo.ch oder per Fax an +41 1 311 67 22.

  1. Gibt es heute ein wirksames Abschreckungsmittel gegen Haie, etwa bei Schiffsunglücken?

    POD
    Der momentan wirksamste Schutz ist der «Shark POD» (Protective Ocean Device), eine südafrikanische Entwicklung. Sie wird von Tauchern eingesetzt und schützt sie durch ein schwaches elektrisches Feld, das die hochempfindlichen Lorenzinischen Ampullen der Haie derart mit Reizen überflutet, dass sie sich dem Taucher nicht nähern. Aus Kostengründen kann man die PODs jedoch nicht als Massenschutz (Schiffsunglück) einsetzen. Für grössere Menschenmassen gibt es keinen wirksamen Schutz.

  2. Jährlich werden nach Daten der Food and Agricultural Organisation (FAO) und Traffic etwa 100 Millionen Haie (ca. 800'000 Tonnen) getötet. Welche Arten sind besonders gefährdet?

    Von der Hochseefischerei werden (hauptsächlich im Beifang) Hochseehaie wie Blauhaie, Weisspitzen Hochseehaie oder Seidenhaie massiv dezimiert.

    In Asien werden Walhaie wegen ihres Fleisches und ihrer Flossen extrem brutal gefangen und getötet. Sie sind in dieser Region höchst gefährdet.

    Im europäischen Gewässern wurde der Dornhai (Lieferant von Schillerlocken, Fish & Chips) fast völlig ausgerottet, die Bestände in den USA sind momentan, nach jahrelangen Kämpfen gegen die Lobby der Fischereiindustrie, geschützt.

    Die Norweger haben die Heringshaie (Kalbsfisch) in ihren Gewässern und dem nordwestlichen Atlantik fast vollständig ausgerottet.

    Der Suppenflossen-Hundshai wurde in Kalifornien fast ausgerottet. Weisse Haie sind vom Aussterben bedroht. Sie werden nicht wegen ihres Fleisches gefischt sondern für das Ego oder aus Hass. Ihre Kiefer haben einen Marktwert von oft über 15 000 CHF.

  3. Warum fürchten sich so viele Menschen weniger vor Löwen oder Tigern als vor Haien?

    Meine persönlich Meinung:

    Löwen und Tiger sind Säugetiere, leben an Land, sind warm und haben ein Fell, das macht sie uns sympathischer als Haie - näheren Verwandten kann man einen Ausrutscher eher nachsehen. Die Angst vor Schlangen kommt der vor Haien etwas näher. Haie sind in unseren Augen, ähnlich wie die Fische, kalt und entsprechend «primitiv», «dumm» und «unbarmherzig».

    Diese Eindrücke sind leider nicht richtig. Es gibt z.B. warmblütige Haie (nur am Rand), Haie sind aber vor allem nicht primitiv, sondern sie haben sich seit über 400 Millionen Jahren optimal an ihre Umgebung angepasst. Sie sind auch nicht dumm, denn sie zeigen komplexes soziales Verhalten, können lernen und im Vergleich des Verhältnisses Körpergewicht/Hirngewicht haben Sie ein mit Säugetieren und Vögeln vergleichbares Gehirn!

    Der Mensch hat seinen Ursprung in den Savannen. Vor Landräubern wie Löwen und Tigern ist er schon seine ganze Existenz lang geflüchtet. An Land hat er lange und erfolgreich überlebt und traut sich auch eine Flucht vor einem Löwen oder Tiger zu. Es gab ja immer einen Baum in der Nähe, auf den er klettern konnte, oder er konnte sich verstecken. Es gibt jedoch keine Bäume im Meer und wir können uns nur mit einem Atemgerät für eine gewisse Zeit unter Wasser verstecken. Im Wasser können wir auch schlecht flüchten denn uns ist bewusst, dass wir um einiges langsamer sind als ein Hai, viel langsamer als im Vergleich zu einem Löwen. Die Sicht ist unter Wasser in der Regel viel schlechter als an Land und an der Wasseroberfläche erkennen wir fast gar nicht, was unter uns so vor sich geht.

    Also sehr schlechte Karten für den Menschen, wenn er einem Hai begegnet und genau das, was unsere Urinstinkte versuchen, uns vermeiden zu lassen.

    Es ist uns, vor allem im Unterbewusstsein, klar, dass wir in einer uns fremden und für unsere biologischen Fluchtstrategien gar nicht optimalen Umgebung einem viel schnelleren, stärkeren und an diese Umgebung optimal angepassten Jäger gegenüberstehen, den wir zudem fast nicht sehen können. Unsere Instinkte signalisieren Unwohlsein, unser Verstand meldet Angst und wir verbinden beides, unterbewusst und bewusst, mit den Haien. Angst schürt wiederum Hass, denn Menschen hassen häufig das, was sie bedroht.

Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info



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modifiziert: 04.06.2016 10:48